Zum Hof

Der Storchenhof - eine vereinsgetragene Vogelschutzwarte - befindet  sich am Stadtrand von Loburg in Richtung Lübars  und  ist  von  aufmerksamen Besuchern schon  von  Weitem durch die Storchenhorste zu erkennen. In   den  Sommermonaten  kann  man  auf  drei  Horsten die Storchenfamilien beobachten.

Die Storcheneltern begrüßen die Besucher häufig mit lautem Geklapper. Der Storchenhof bietet ein vielfältiges Beobachtungsfeld. Im Sommer werden verwaiste Storchenkinder aufgezogen, verletzte Störche gesund gepflegt.

Das Hauptziel der Mitarbeiter des Storchenhofes ist, sich mit ganzer Kraft für den Erhalt der Weißstörche und deren Lebensräume im Land Sachsen-Anhalt und darüber hinaus einzusetzen. Der Besucher kann erholsame und informative Stunden auf dem Storchenhof verbringen.

 

 

 

 

Seit der Gründung des Storchenhofes Loburg im Jahr 1979 wurden bis heute 1080 Weißstörche, 17 Schwarzstörche, 3 Kraniche und über 250 Greifvögel aufgenommen. Etwa zwei Drittel der Weißstörche wurden wieder ausgewildert. 15% wurden wegen irreparabler Verletzungen, wie z.B. Flugunfähigkeit infolge Flügelfrakturen an Tierparks u. a. abgegeben. 20% der eingelieferten Weißstörche verendeten trotz intensiver veterinärmedizinischer Bemühungen oder wurden tierschutzgerecht eingeschläfert.

Jungstörche, die beim ersten Ausfliegen oder aber auch später an Elektroleitungen, Antennen, Schornsteinen u.a. verunglücken, weisen häufig Verletzungen wie Blutergüsse, Prellungen und Knochenbrüche auf. Bei Knochenbrüchen mit starken Verschmutzungen und spätem Auffinden sind die Heilungschancen sehr gering. Großflächige Brandwunden weisen Tiere auf, die mit stromführenden Elektroleitungen in Berührung gekommen sind. Diese führen häufig zum Tode des Vogels.

Die wichtigsten Einlieferungsursachen für Weißstörche auf den Storchenhof sind bei Nestlingstieren der Ausfall eines oder beider Elternteile, das Abdrängen bei Nahrungsmangel und zunehmend Abschnürungen durch Bindegarn. Bei abgeworfenen Jungstörchen handelt es sich um Tiere, die von den Altstörchen oder den Geschwistern aus dem Horst geworfen oder gedrängt wurden oder witterungsbedingt außerhalb des Horstes gelangten.

Zweimal im Jahr (im März und im August) werden gesunde, flug- und überlebensfähige Pflegestörche ausgewildert. Zuvor werden sie alle beringt. Zwei Drittel der Pflegestörche können ausgewildert werden, davon:

  • 50% direkt am Hof

  • 20% in entfernteren Gebieten

  • 30% im Adoptionsverfahren d. h. durch einsetzen von Jungstörchen in belegte Horste

 
 

Michael Kaatz' Bericht über die ersten Gesprächsergebnisse mit den zuständigen Landesbehörden am 13.11.2003:

Am heutigen Tag fand ein Gespräch zwischen der Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen - Anhalt Frau Petra Wernicke und dem Vorstand des Fördervereins Storchenhof Loburg e.V. statt. Dabei wurde nochmals unmissverständlich durch die Ministerin deutlich gemacht, dass keine Möglichkeit besteht, nach dem altersbedingten Ausscheiden des Storchenvaters Dr. Christoph Kaatz zum Jahresende den fachlich storchig hochqualifizierten Sohn Michael Kaatz einzustellen. Begründet wurde dies mit den enormen Zwängen, Stellen im öffentlichen Dienst abzubauen und der damit verbundenen absoluten Einstellungssperre. Selbst die Bekanntgabe, dass unser „Prinzesschen“ demnächst auch bundesweit als Briefmarke vertreten sein wird, half nicht diese Positionen zu überdenken. Dennoch bekundet Frau Wernicke ein großes Interesse den Storchenhof zu erhalten. Es wurden folgende Zusagen gemacht: Für die nächsten zwei Jahre werden behördenintern 2 praktische Arbeitskräfte und 1 Koordinator zur Führung des Storchenhofes eingesetzt. Wer diese Personen sein werden, ist bis heute nicht geklärt, es wird sich aber möglicherweise um ehemalige Forstangestellte handeln. Der Grunderhalt des Storchenhofes ist damit befristet abgesichert. Ein Großteil der wissenschaftlichen Arbeiten wird jedoch ausgegliedert. Dem Förderverein wurde angetragen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ein eigenes tragfähiges Konzept zu entwickeln, um dann bestenfalls den Storchenhof als Trägerverein übernehmen zu können. Das Land wird nach Ablauf der zwei Jahre den Verein noch anteilig unterstützen, etwa durch die Übernahme von Betriebskosten und Absicherung einer halben Personalstelle.
Der Weg des Fördervereines könnte sich nach den Vorstellungen des Landes so gestalten:

  • 1. Beantragung eines zu 80% landesgeförderten Projektes für drei Jahre in dessen Rahmen Herr Michael Kaatz vom Verein angestellt wird. Die Unterstützung bei der Erarbeitung des Projektantrages wurde vom Land zugesichert.

  • 2. Intensive Medienarbeit mit Fernsehen, Funk und Presse.

  • 3. Repräsentativer Internetauftritt mit Web-Kamera.

  • 4. Suche nach Sponsoren und eventuell Trägern für den Storchenhof (NABU und BUND wurden bereits angesprochen, haben aber abgelehnt)

  • 5. Einbeziehung von Stadt und Landkreis als Fördermitglieder.
     

Ob sich auf dieser Grundlage tatsächlich ein tragfähiges Fundament für den Storchenhof aufbauen lässt, ist ungewiss. Das Land lässt jedoch keine andere Möglichkeit zu.
Frau Wenicke zeigt persönliches Engagement, indem Sie sich kurzfristig entschloss, den Vorstand des Fördervereins zu einer morgigen Naturschutzkonferenz in Magdeburg einzuladen. Sie möchte dort auf die Belange des Vereines aufmerksam machen und in Ihrer Ansprache um Spenden und Mitglieder werben.
 

 

mdr - Interview

 

 

Michael Kaatz