Prinzesschen -

 

ein Reisetagebuch

 

Prinzesschens Flug nach Süden wird in diesem Jahr vom ZDF sowie einem Team des Storchenhofes begleitet und dokumentiert. Auf dieser Seite werden wir ein Tagebuch dieser Reise führen.

Den Beginn der Berichterstattung bestimmt Prinzesschen...

 

 

       
Prinzesschens Weg im Überblick
Datum Strecke Richtung Zielort
15.08.04 314km 113° Jawor PL
16.08.04 164km 112° Czarnocin PL
17.08.04 153km 107° Wola Baturska PL
18.08.04 117km 110° Kroscienko Wyzne PL
19.08.04 187km 130° Mezhgorye UK
20.08.04 206km 148° Mestera RO
21.08.04 290km 147° Ciocil RO
22.08.04 169km 152° Gurkovo BG
23.08.04 317km 157° Belen TR
24.08.04 409km 140° Zincirli TR
25.08.04 295km 116° Narlik TR
26.08.04 325km 158° Türkei
27.08.04 196km 220° Syrien
28.08.04 311km 211° Syrien
29.08.04 401km 199° Sinai Ägypten
30.08.04 416km 175° östl. Assiut Ägypten
31.08.04 321km 177° Assuan  Ägypten
01.09.04 291km 180° Nubien  Sudan
02.09.04 105km 165° Nubien  Sudan
03.09.04 102km 153° Nubien  Sudan
04.09.04 90km 40° Nubien  Sudan
05.09.04 213km 66° Nubien  Sudan
       
 

 

 

 

     

Das Team der Prinzesschentour:

   Volker - Autor

   Götz - Kamera

   Ulli - Ton/ Kameraassistent

   Willi - Pilot/ Fahrer

 

   Christoph - Ornithologe

   Michael - Ornithologe

   Jörg - EDV/ Fahrer

 

01.09.

Um 4 Uhr ist Ulli aufgestanden, um mit seiner Tontechnik  den Ruf des Muezzin zu erhaschen. Für das Dorf, welches wir uns ausgesucht haben, scheint jedoch strenge Nachtruhe verordnet zu sein. Ulli muss unverrichteter Dinge wieder einpacken. Gegen 5:30 Uhr macht sich Willi zum Rundflug bereit. Der Sonnenaufgang verspricht wunderbare Bilder. Willi fängt bei schwachem Wind die reizvolle Landschaft ein.

Wenig später befinden wir uns auf der Straße nach Izmir…

 

 

 

   Sonnenaufgang in Anatolien

   Anatolien

   Auf dem Weg nach Ismir

 

   Ein letztes Mal zusammen

   Das Taurus-Gebirge

   Willi hebt ab

   Massenauflauf

   Willi umzingelt

   Autogrammstunde

   Die Flucht

 

31.08.

Christoph, Götz und Volker sind früh ins Flugzeug gestiegen, während Jörg, Will, Michael und Ulli sich mit den Fahrzeugen Richtung Izmir begeben. Mit den Autoreifen scheinen die vier kein Glück zu haben, zwei Nägel steckten drin. Nach kurzer Reparatur geht es weiter Richtung Westen. Ein Flug im Taurusgebirge und einer im anatolischen Hochland stehen auf dem Programm. Ziel ist es, beide Landschaften aus der Storchenperspektive einzufangen. Die Startplatzsuche, besonders im Taurusgebirge, gestaltet sich schwierig, schließlich wählen wir die Autobahn Ankara – Adana aus. Glücklicherweise ist dieser Abschnitt noch nicht für den Verkehr freigegeben, sodass wir auf einen ungestörten Start hoffen. Jetzt wird der Wind zum Problem. Es bläst viel zu stark für einen Gleitschirmflug, ganz zu schweigen von ruhigen Flugaufnahmen. Nun ist geduldiges Warten angesagt. Lässt der Wind noch vor Sonnenuntergang nach? Die Zeit verkürzen wir uns mit einem Bad im Gebirgsbach. Gegen Abend dann der spannende Augenblick: Der Wind wird etwas schwächer und Willi hebt ab. Die Felsen im roten Abendlicht ergeben ein fantastisches Bild. Schon beim Start hatten sich einige Besucher eingefunden. Als Willis Rückkehr naht, ist ihre Zahl aber kaum noch überschaubar. Das Interesse, besonders der Kinder ist riesig. Dutzende  drängen sich um Willi und wollen ein Autogramm vom „Helden der Lüfte“ erhaschen. Erschöpft wird er schließlich von Ulli abgelöst. Bei dem ganzen Tumult ist es kaum möglich die Sachen zu packen und selbst die Abfahrt wird schwierig, denn den Hänger halten die Kinder besetzt. Und morgen früh wollen wir in Anatolien fliegen…

 

30.08.

Ein letzte Storchengruppe

 

Früh aus dem Zelt, fahren wir in den erwachenden Morgen. Nach knapp einer Stunde sehen wir tatsächlich die Störche. Es sind noch deutlich mehr, als zunächst angenommen. Fast 500 Vögel können wir abschätzen. Mitten unter die Störche hat sich auch ein Pelikan gemischt. Erstaunlicherweise ist es genau dieser Vogel, der die Störche zum Abflug animiert. Anschließend kreisen fast 1000 Störche über uns. Das war ein gelungener Abschied. Wir verlassen nun unsere Störche und begeben uns in Richtung Deutschland. Ein Teil von uns steigt morgen ins Flugzeug, die anderen bringen, hoffentlich wohlbehalten, die Fahrzeuge nach Hause.

Unser Prinzesschen lässt aus Ägypten grüßen.

 

 

 

   Pelikan

   Gute Reise

 

 

 

   Unser Lager

   Willi und Christoph am Start

 

29.08.

Die Nacht in den Bergen

 

Am Vormittag erfrischen wir uns mit einem Bad im Mittelmeer. Das ist das Beste, was man im Süden der Türkei tun kann, wenn man keine Störche beobachtet. Eine kleine Rundfahrt bringt uns anschließend leider keine neuen  Störche vor die Ferngläser. Für den Abend und die Nacht möchten wir ein gemeinsames Feldlager errichten. Die Zelte sind schnell aufgebaut und unser kleines Flugzeug wird startklar gemacht. Abendsonne und Vollmond versprechen bestes Flugambiente. Christoph wird spontan als der heutige Flugpassagier festgelegt. Ohne, dass ihm Zeit bleibt, Angst zu bekommen oder Ausreden zu erfinden, geht es schon in die Luft. Überglücklich weiß er nach der Landung von 200 Störchen zu berichten, die er und Willi entdeckt haben. Die Nacht wird zum fröhlichen Beisammensein mit türkischem Besuch. Trotzdem soll es in aller Frühe zu den erkundeten Störchen gehen.

 

28.08.

10.000 Flamingos

Am Morgen treffen wir uns bei den Störchen und Willi schwingt sich mit ihnen in die Lüfte. Das Flussdelta, aus der Luft betrachtet, macht einen erhabenen Eindruck. Die Störche reisen weiter. Die beinah unerträgliche Hitze (Tiefstemperatur in der Nacht 29°C) verurteilt uns nun zum Strandbad. Kaum in den Sand und die Hängematte gelegt, huschen plötzlich dunkle Schatten an uns vorbei. Der Blick in den Himmel verrät, dass ein riesiger Schwarm Störche direkt über uns kreist. Ein unglaublicher Anblick. Die Zahl an Störchen übersteigt weit das, was wir bisher gesehen haben. Schnell ist es jedoch wieder vorbei, denn die Vögel ziehen weiter… Am Abend wird wieder weiter nach rastenden Störchen gesucht. Es lassen sich jedoch „nur“ 10.000 rastende Flamingos entdecken. Eine unerträgliche heiße Nacht mit hoher Luftfeuchte erwartet uns im Delta … 

 

   Willi hebt ab

   Willi und die Störche

   Massenansammlung

   10.000 Flamingos

 

 

   Auf Beobachtungsstation

   Zu Gast

 

27.08.

 Storchenbeobachtung

Heute wollen wir Störche beobachten, die über den Golf von Iskenderun ziehen. Es ist bekannt, dass viele Störche den direkten Weg über das Wasser wählen. Sie fliegen dann sehr dicht im Ruderflug über den Wellen. Wir haben einen Beobachtungspunkt bezogen und warten nun auf die Überflieger. Es passiert natürlich nichts. Plötzlich nach Stunden verkündet Uli: Ich sehe sie! Leider stehen wir nicht an der richtigen Stelle und so trifft der Schwarm woanders aufs Land. Für den Nachmittag beschließen wir die Trennung: Michael und Christoph versuchen im Mündungsbereich von Seyhan und Ceyhan Storchenansammlungen zu finden. Die Irrfahrt endet „versunken“ im Treibsand. Zum Glück sind aber knapp 100 Störche da. Ein freundlicher Türke nahm uns an den Haken und brachte uns wieder auf den rechten Weg. Zum Abendessen sind wir bei der Familie eingeladen und ein Spaziergang am Mittelmeer bei Mondschein rundet alles ab.

 

26.08.

 Auf Wiedersehen Prinzesschen

 

Der Satellit verwöhnt uns heute nicht mit Koordinaten. Darüber sind wir  nicht ganz unglücklich, denn so lässt uns Prinzesschen ausschlafen. Wir wünschen ihr einen  guten Flug, der sie heute bereits nach Syrien führen wird. Damit ist der erste Teil unserer Reise nun zu Ende, denn wir folgen ihr jetzt nicht mehr. Weitere Storchenbeobachtungen im Süden der Türkei sind trotzdem angesagt. Heute ist jedoch nach sehr strapaziöser Reise durch 7 Länder in 10 Tagen ein Ruhetag angesetzt.

     

 

   Prinzesschens Reisegruppe

   Tot unter der Stromleitung

   Verbrannt

 

25.08.

In Anatolien                  

Im Morgengrauen hören wir Signale, die uns auf staubigen Pisten direkt zu Prinzesschen führen. Schließlich entdecken wir eine schier unglaubliche Zahl von Störchen. Knapp 1.500 stehen auf einem Feld und tun nichts. Das können wir nach 409 km Flugkilometern des Vortages auch verstehen. Dass die Gruppe keine Zeit zu verlieren hat, zeigt sich am frühen Start nach Tagesanbruch. Jetzt rächte sich die Rastplatzwahl unter einer Stromleitung. Nicht wenige Störche sehen die Leitungen zu spät und finden den schnellen Stromtod. Einige geraten sogar regelrecht in Brand. Uns bleibt die leidvolle Aufgabe die Toten zu erfassen. 15 Störche, zumeist junge haben diesen Tag nicht überstanden. Schockiert von den Tatsachen, aber froh, dass Prinzesschen wohlauf ist, begeben wir uns wieder Richtung Süd-Ost. Am Abend wollen wir Jörg und Willi endlich wieder sehen. Sie hatten wie wir reichlich Schwierigkeiten an der bulgarisch-tückischen Grenze. Es gab Fragen wie: Wo ist Ihr Flugzeug? Ein großes Hallo mit gemeinsamen Essen gibt es gegen 20:00 Uhr. Wiedervereint fahren wir nach Adana und begeben uns zur Nachtruhe.

 

24.08.

 Hinter Istanbul und weiter

 

Noch vor Sonnenaufgang sind wir ganz in der Nähe von Prinzesschen. Lediglich 10 km in die Berge bleiben zu überwinden. Nur wenige Wege führen nach oben. Den Hänger im Tal an einer Tankstelle zurückgelassen, wagen wir den Aufstieg über einen buckligen Waldweg. Oben angekommen sind natürlich wieder keine Signale zu hören, denn der Sender macht Pause. Nun suchen wir Hügel für Hügel mit dem Fernglas ab. Fast anderthalb Stunden vergehen ohne Erfolg und die Zeit des Abfluges rückt näher. Hinter einer Wegbiegung haben wir Glück. Dort wartet Prinzesschen mit ca. 60 weiteren Störchen. Kaum entdeckt, entschließt sich die Gruppe auch schon zum Weiterflug.

Die Richtung wissend, begeben wir uns wieder auf die Straße. Nach zwei Stunden Fahrt sind wir jedoch absolut reif für einen ausgedehnten Schlaf. Gegen Mitternacht ist Schluss damit, nachdem neue Satellitenkoordinaten 300 km Richtung Süd-Osten zeigen. Der Großraum Konya in Zentralanatolien ist anvisiert.

Willi und Jörg lassen verlauten, dass ihr Wagen nun fahrbereit ist. Sie haben viel vor, um uns und Prinzesschen wieder einzuholen … 

 

 

   Gut versteckt

   Es geht los

 

 

 

Auf dem Feld

An der Küste

 

23.08.

Stunden an der bulgarisch-türkischen Grenze  

Nach einer kurzen Nacht mit befreitem Auto und schlammigen Füßen halten wir über den Höhen bei Varna am Schwarzen Meer nach Störchen Ausschau. Wir werden belohnt. Überall auf den Feldern rasten Störche. In der größten Gruppe sind rund 500 Vögel. Prinzesschen muss unter ihnen sein, obwohl wir sie an diesem Tag nicht beobachten können. Nach gestrigem Gewitter verspricht der Tag schön zu werden. Das wissen auch die Störche zu schätzen und starten schon gegen 9:00 Uhr mit Rückenwind.

Am Mittag zieht es sich wieder zu. Unsere Hoffnung auf eine Regen bedingte Flugpause der Störche wächst. Doch die Vögel sind vor der Schlechtwetterfront längst über alle Berge. Eine anstrengende Reise Richtung Süden durch reizvolle bulgarische Landschaften wird ein weiteres Mal unser Tagesinhalt. Keine Zeit für Pausen. Urlaubsziele betrachten wir sehnsüchtig durch getöntes Autoglas. Aus Bukarest ist zu erfahren, dass eine Benzinpumpe aus Deutschland unterwegs ist.

Tief in der Nacht erreichten wir die bulgarisch-türkische Grenze. Ein Datenabruf bringt unbegreifliche Daten von Prinzesschen. Sie hat Europa bereits hinter sich gelassen und steckt 100 km östlich von Istanbul.  Und wir stehen unmittelbar vor der  schwersten Grenze. Die Türken wollen es nämlich ganz genau wissen. Auf die Knie!

Der Grenzübertritt kostet reichlich Zeit und Nerven. Durch die hektische Trennung am Vortag waren einige Papiere im Wagen in Bukarest geblieben. Dann tauchen solche Fragen auf wie: Wo ist Willi, wenn sein Flugzeug hier ist? Volker vollzieht wahre Kunstgriffe! Drei Stunden später haben wir es geschafft. Es ist, als geht ein Traum in Erfüllung, denn zeitweise sah es gar nicht danach aus, dass es überhaupt gehen kann. Und unser Prinzesschen? Weit, weit voraus hinter dem Bosporus in Asien. Heute ist sie 317 Km geflogen.

 

22.08.

Niemand konnte damit rechnen, was uns dieser Tag für Hindernisse bescheren sollte.

Der Morgen begrüßt uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang an einem salzigen Flachwassersee.  200 Störche rasteten hier. Die größte Ansammlung, die wir bisher zu Gesicht bekommen haben;  unter Ihnen Prinzesschen. Einen so schönen Rastplatz hat uns unser Star bisher noch nicht präsentiert.

Der Zug der Störche scheint jetzt richtig in Gang zu kommen. Immer weniger Zeit verwenden die Vögel zur Nahrungsaufnahmen. Ihre morgendliche Startzeit wird immer früher, an diesem Morgen um 10:13 Uhr.

Kurz vor dem Abflug erreicht uns unser zweites Team, kann die startenden Scharen noch mit der Kamera einfangen. Dann gilt es, sich für einen Kameraflug fertig zu machen. Willi und unser Kameramann Götz schwingen sich in die Luft und betrachteten das Gebiet bis zur Donau aus Storchenperspektive. 

Bis dahin war alles gut. Jetzt aber streikt unser zweites Fahrzeug. Es will einfach nicht mehr anspringen. Willi zeigt volles Verständnis: „Wenn ich Auto wäre bei den Straßen, ich würde auch nicht mehr wollen.“ Alle Wiederbelebungsversuche schlagen fehl, eine Werkstatt muss her.

Zunächst schleppen wir den Wagen 10 km hinaus aus der Pampa an eine größere Straße. Ein Servicefahrzeug soll aus Bukarest kommen. Das kommt dann auch, aber drei Stunden später. Die Diagnose: kaputte Benzinpumpe. Ab nach Bukarest.

Können wir unser Prinzesschen jetzt überhaupt noch verfolgen? Die Lösung ist die Trennung: Willi und Jörg fahren mit nach Bukarest. Für den Rest, also für Volker, Götz, Ulli, Christoph und Michael,  geht es weiter. Ab jetzt fünf Leute in einem Viersitzer, der fünfte Platz auf den Technikkisten!

Ab sofort haben wir die Antennen auf dem Dach und Willis Flugzeug auf dem Hänger. Mit einem Schnitt von max. 50 km/h wollen wir dem rekordverdächtigen Prinzesschen auf den Fersen bleiben. Doch noch nie ist dieser Vogel so schnell in den Süden geflogen. 

Bulgarien begrüßt und mit einem heftigen Gewitter über der Donau. Die Fährfahrt über den Grenzfluss ist ein Erlebnis. Ein Schlepper aus den 50ern zieht ein Ponton über den 400 Meter breiten Fluss.

Auf bulgarischer Seite weisen unsere Peilungen weit nach Osten. Durch die Südwinde hat sich Prinzesschen nach Osten abtreiben lassen. Ist sie nach Varna am Schwarzen Meer gelogen?

Regen prasselt auf unsere Scheiben, Blitze erhellen den Nachthimmel. Gegen Mitternacht dann ein erster Signalkontakt zu Prinzesschen. Sie steckt tatsächlich am Schwarzen Meer, 30 Kilometer nördlich von Varna. 

Hier rastet sie mitten auf den Feldern. Wie können wir zu ihr gelangen? Die Peilungen wiesen senkrecht zur Straße. In unserem Kampf mit der Zeit wagen wir uns auf einen Feldweg. Das allerdings hätten wir lieber nicht tun sollen!  Das Auto versinkt im Schlamm. Und dann schaltet der Sender ab. Wir müssen uns geschlagen geben. Prinzesschen hat gewonnen und Vater Kaatz sagt: "Gute Nacht!"

 

 

   Am Rastplatz

  Abgeschleppt

   Über die Donau

 

   Rumäniens schöne Seiten

   Fahrt durch die Karpaten

 

21.08

Prinzesschen im Süden Rumäniens  

Nachdem Prinzesschen in den letzten beiden  Tagen in den ukrainischen und rumänischen Karpaten unerreichbar war, wollen wir es heute unbedingt wissen. Doch sie versteht es einmal mehr, uns dieses Vorhaben schwer zu machen.

Morgens rasen wir in südlicher Richtung durch die Karpaten und lassen das Land der Siebenbürgersachsen westlich liegen. Am Nachmittag dann empfangen unsere Autodachantennen Signale aus der Nähe von Brasov. Nun ist die wichtige Frage, ob sie heute noch mehr Strecke machen wird und die Südkarpaten überfliegt. Bei einem kleinen Mahl warten wir auf Daten via Satellit. Mit Einbruch der Dunkelheit haben wir Gewissheit. Prinzesschen ist südlich der Karpaten, Luftlinie 150 Kilometer!  Wieder hat sie alle Erwartungen in den Schatten gestellt. Wieder beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Prinzesschen muss bis 24:00 Uhr gefunden werden, da ihr Sender nur bis dahin Daten schickt.

Unser zweites Team mit Anhänger hat es besonders schwer, versucht uns auf den Fersen zu bleiben, flucht über die rumänischen Straßen, die den Anhänger zum Springball werden lassen. 

Wieder kommen Koordinaten. Prinzesschen ist noch weiter voraus, als zunächst angenommen. Noch 30 km.

Gegen 23:00 Uhr kämpfen wir uns die letzten 10 km über staubige Äcker. Schließlich erreichen  wir das Ufer eines Sees. Hier muss Prinzesschen stecken. Ihr Sender zeigt klar ihren Standort. Doch die Nacht hält sie in der Dunkelheit gefangen, irgendwo hier kurz vor den Auen der Donau.  

 
20.08.04

Einfahrt nach Rumänien 

Früh haben wir unsere Sachen gepackt und anschließend die ungarisch-rumänische Grenze passiert. Der Erwerb einer Straßenkarte zeigte sich als schwierig, dafür gibt es ein  reichhaltiges Kartenangebot umliegender Länder. Rumänien präsentiert sich deutlich anders als die bisherigen Länder. Der Pferdewagen ist allgegenwärtiges Verkehrsmittel und die Straßen verlangen höchstes Geschick von den Fahrern. Unbeirrt wollten wir jedoch unserem Prinzesschen treu bleiben. Unser Weg führte uns zunächst an die Theiß, direkt zur ukrainisch-rumänischen Grenze. Ein kleines Bad in  der Mittagshitze erfrischte unsere Gemüter. Die ersten Koordinaten zeigten uns, dass Prinzesschen nicht nur nach Rumänien eingeflogen war, sondern auch tief in den Kaparten steckte. Von einem 1450m hohen Pass versuchten wir, Signale zu empfangen, was leider misslang. Eine rumänische Familie  erkannte unsere Not und lud uns zum Lagerfeuerschmaus ein. Spätere Koordinaten zeigten, dass wir lediglich 37 km von  Prinzesschen entfern waren. Leider waren für diese Strecke 155 Straßenkilometer durch die unwegsamen Karpaten zu überwinden. Den Wettlauf mit der Zeit gewann Prinzesschen und wir suchten uns einen ruhigen Übernachtungsplatz in Flussnähe.

     Alt und neu

   Die Theiß: Grenzfluss zur Ukraine

   Rumänische Gastfreundschaft

 
   Das Trike startet

  Dieser Heuhaufen bremste den Start

   In der polnischen Werkstatt

 

19.08.04

Der Tag der Pannen 

Für den Morgen hatten wir uns vorgenommen, dass Willi zusammen mit dem Kameramann Götz einige spektakuläre Flugaufnahmen machen sollte. Mit vielen fleißigen Händen war das Trike in einer guten halben Stunde aufgebaut. Dann ging es los. Auf einer Wiese bei Krosno zwischen etlichen Stromleitungen wagte Willi den Start. Doch während sich das Fluggerät in die Luft begeben sollte, bekam es Willi plötzlich mit der Angst zu tun, brach den Start ab und landete mitten in zwei Heuhaufen. Glücklicherweise blieben Pilot und Kameramann unversehrt.

Während das Trike für den zweiten Start flott gemacht wurde, stach Michael eine Biene, was für einen Allergiker problematisch ist. Zum Glück scheint  die  sofort verabreichte Medizin zu helfen.

Nach den geglückten Flugaufnahmen, die Prinzesschen segelnd in ihrem Element zeigen, bastelte der  Kameramann Götz eine kleine Kamera auf das Autodach. Dabei verletzte er sich mit den Antennen das Auge.

Am Mittag entschlossen wir uns für Werkstatt, Arzt und Apotheke. Der kaputte Reifen war zu flicken und am Trike musste die Motoraufhängung geschweißt werden. Götz´s Antennenkontakt hatte glücklicherweise keine Verletzungen des Auges bewirkt. Tropfen und Salbe linderten inzwischen auch die Schmerzen. Am späten Nachmittag konnte es dann weitergehen. Unser Star war in die Ukraine entfleucht, wofür wir kein Visa haben. Nun müssen wir wieder in Rumänien auf sie warten. Dafür haben wir die Slowakei durchquert, um in Ungarn in Tokaj zu nächtigen.

Werden wir unser Prinzesschen wieder sehen ?

 
18.08.04

Nachdem wir gestern unser Prinzesschen nicht mehr gefunden haben, war es heute besonders schwierig, ihr nahe zu kommen. Wir wussten, dass ihr Sender um 6:45 Uhr die Arbeit aufnahm. Wir hatten uns südlich von Krakau niedergelassen, um von dort aus eventuell am Morgen Signale zu empfangen. Leider war nichts zu hören und so warteten wir auf Satellitendaten. Gegen 7:45 Uhr erfuhren wir auf diesem Weg, dass sich Prinzesschen an der Weichsel niedergelassen hatte. Wir versuchen nun, in Windeseile zu ihr zu gelangen. Gerade um 10:06 Uhr am richtigen Ort angekommen, sahen wir, wie sich 20 Störche in die Luft schraubten. Prinzesschen war dabei! Wir waren also zu spät. Nun wollten wir bei ihr bleiben und so fuhren wir im zähen Verkehr Richtung Osten. Um 15:30 Uhr gelang es uns, sie zusammen mit 11 weiteren Störchen über Krosno kreisen zu sehen. Eine Stunde später wurden die Signale schwächer, was uns andeutete, das Prinzesschen gelandet war. Wir wussten, dass wir nun sehr flink sein mussten, denn ab 17:45 Uhr schaltete der Sender ab und dann ist es aussichtslos sie zu finden. Zu unserem Unglück überraschte uns noch eine Reifenpanne. Den Wechsel brachten wir in einer knappen Viertelstunde hinter uns. Sprichwörtlich in letzter Minute erreichten wir Prinzesschen, die zusammen mit 12 weiteren Störchen hinter einem Mähdrescher nach Nahrung suchte. Am Abend flogen die Störche auf Hausdächer, wo uns noch die Ringablesung eines deutschen Storches gelang. Morgen wird es besonders spannend, denn wahrscheinlich wird Prinzesschen Polen in Richtung Ukraine verlassen.

 

   Die Störche gehen in die Luft

    An der Weichsel

    Die Reifenpanne

    Prinzesschen am Mähdrescher

    Flug zum Schlafplatz

 
   Willi startklar

   Willi mit den Störchen

   Unser Star

 

17.08.04

Die Chance, Prinzesschen auch am Morgen beobachten zu können, trieb uns früh aus den Betten. Sie und etwa 20 weitere Störche erwarteten uns schon auf den Feldern wie am Vortag. Ein Jungstorch war leider nicht mehr in der Gruppe, er verunglückte tödlich an  einem Strommast.

Das Wetter war sehr günstig und so entschlossen wir uns, heute hautnah bei den Störchen sein zu wollen.  In einer guten halben Stunde war unser Ultraleichtflugzeug aufgebaut und Willi Ewig meldete sich startklar. Zwei Kameras verzierten sein Cockpit. Die Störche ließen keine Zeit verstreichen und schraubten sich bereits um 9:00 Uhr in die Höhe und Willi blieb für eine gute viertel Stunde hautnah an ihrer Seite. Wieder am Boden war das Flugzeug schnell zu verstauen, denn Prinzesschen drohte uns weit vorauszueilen. Kaum auf der Autobahn, vernahmen wir jedoch keine Signale mehr von ihr mit unseren Autodachantennen. War sie uns schon so weit voraus? Nach kurzem Rätselraten entschlossen wir uns, wieder  umzukehren. Das hatte Erfolg,  denn unser Prinzesschen war nach wenigen Kilometern wieder gelandet. Zusammen mit weiteren 13 Störchen suchte sie hinter einem Mähdrescher nach Nahrung. Die große Frage war: Wird sie heute überhaupt noch fliegen? Um 12:45 Uhr war es dann so weit, sie schraubte sich hoch und wir blieben ihr mit den Fahrzeugen an den Flügeln. Leider verloren wir sie und das Signal über Katowice aufgrund der Senderabschaltung. Gegenwärtig wissen wir nicht, wo sie ist. Wir vermuten sie bei Krakow, wo wir unser Lager aufgeschlagen haben. Werden wir sie morgen sehen?

 

16.08.04

Heute morgen um 4:30 Uhr haben sich unsere Teams bei Lübbenau (40km vor der polnischen Grenze) getroffen. Mit Hochspannung haben wir dann versucht, über unsere mobile Datenkommunikation  Koordinaten von Prinzesschen zu erhalten. Wir wussten, dass zu diesem Zeitpunkt der Sender zu funken beginnt. Erst nach dem vierten Anlauf um 7:00 Uhr verriet uns der Satellit, dass uns Prinzesschen weit auf polnischem Gebiet voraus war. Sie einzuholen, um sie vielleicht noch beobachten zu können, war unmöglich. Trotzdem haben wir uns in flottem Tempo "an ihre Flügel geheftet". Kurz vor Mittag haben unsere Autodachantennen Signale empfangen, die uns verrieten, dass Prinzesschen bereits eine neue Tagesetappe begonnen hatte. Wir sind dicht an sie herangekommen, bis um 13:45 Uhr der Sender turnusmäßig  abschaltete.  Damit begannen erneut 16 Stunden in denen wir keinerlei Informationen von Prinzesschen erwarten konnten. Dennoch sind wir auf ihrem zu vermutenden Weg Richtung Katowice weitergefahren. Von der Autobahn aus kurz vor Gliwice sahen wir eine rastende Storchengruppe. Wir beschlossen die Autobahn zu verlassen, um uns diese Gruppe näher anzusehen. Zu unserem unfassbaren Erstaunen konnten wir feststellen, dass es in der Gruppe nicht nur Ringstörche gab, sondern einer von ihnen auch eine Antenne trug. Unglaublich! - Unser Prinzesschen stand plötzlich vor uns! Einen solch glücklichen Umstand hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten.

   

 

 

  Die Teams warten im Morgengrauen

   Prinzesschens Gruppe in Polen

   Unsere Hauptakteurin

 

 

15.08.04

Um 10:53 Uhr war der Zeitpunkt gekommen, an dem sich Prinzesschen in die Lüfte schwang. Zusammen mit sieben weiteren Störchen hat sie die große Reise begonnen. Bei gutem Westwind kam die Gruppe weit voran. Wir wissen gegenwärtig nicht genau, wo Prinzesschen gelandet ist. Das liegt an der Schaltung des Senders, der für zehn Stunden sendet und dann sechzehn Stunden pausiert. Unsere Teams begeben sich jetzt Richtung polnische Grenze...

12.08.04

Die große Reise von Prinzesschen steht unmittelbar bevor.

In diesem Jahr möchten wir ihr wieder folgen. Dazu sind zwei Kamerateams des ZDF auf den Hof gekommen, um den ganzen Tag die drei Fahrzeuge für den weiten Weg vorzubereiten. Auch zwei Fluggeräte sind mit dabei, die den Kameramännern einen Blick aus Storchenperspektive ermöglichen werden.

Heute haben sich bereits die Jungstörche in große Höhen aufgeschwungen. Unter ihnen war auch Maria. Alle sind jedoch wieder zurückgekehrt. Heute war der erste Tag mit besten Abflugbedingungen, gute Thermik und kein Wind. Unsere Annemarie, eine Senderstörchin aus Wolsier (Land Brandenburg) hat die Möglichkeit wahrgenommen und ist gen Osten aufgebrochen. Wann Prinzesschen losfliegt lässt sich nicht voraussagen, aber wir warten mit Hochspannung darauf.

 

Ein Probeflug mit Kamera brachte neue Bilder. Der Erfinder des motorisierten Gleitschirms flog selbst

 

Drei Teams bereiten sich vor

Die Jungen auf dem Storchenhof ziehen hohe Kreise; Maria ist unter ihnen